Koka und Antiimperialismus

Evo Morales in Wien
Bild: Sebastian Baryli
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Staatsbesuche sind zumeist eine recht sterile Angelegenheit. Mitglieder der politischen Kaste des einen Landes werden durch ein Programm geschleust, das von den Mitgliedern der politischen Kaste eines anderen Landes organisiert wurde. Nur selten gibt es Ausnahmen. Der Besuch von Evo Morales war eine davon. In der Aula der Akademie der bildenden Künste in Wien versammelte sich mehrere hundert Personen, um ihre Solidarität mit dem politischen Prozess in Bolivien zu bekunden.

Evo Morales war sichtlich gezeichnet vom dichten Programm seines Wien-Besuches. Anlass der Visite war schließlich eine UNO-Konferenz, auf der er die Rechte der Kokabauern verteidgt hatte. Dennoch legte er in einer langen Rede die politischen Grundlagen seiner Präsidentschaft dar und verwies auf die Errungenschaften, die bisher erreicht werden konnten. Dabei verwies er auf drei politische Säulen, welche die Grundlage seiner Politik darstellen würden: der Antikolonialismus, der Antiimperialismus und der Antineoliberalismus.

Doch neben den Kampf gegen diese Herausforderungen verwies der Präsident außerdem auf das schon erreichte. Der wirtschaftliche Fortschritt und die ungebrochene politische Unterstützung für seine Bewegung würden ihn in seinen Vorhaben weiter bestärken. Dennoch bleibt die Bürokratie, als ein Residuuum des Kolonialismus, ein wesentliches Hemmnis, das es zu beseitigen gelte.